Irminrat von Großauheim

Wappen von Irminrat, Idee und Realisierung von Margot Kreuder, angefertigt für das Theater 2006 "Theater um Irminrat" von Dr. Sabine Laber-Szillat anlässlicher der 1200-Jahrfeier von Auheim

Historischer Hintergrund

Irminrat war eine Stifterin des Klosters Lorsch aus dem Maingau. Im Lorscher Kodex ist über die Schenkung vom 30. März 806 geschrieben:
„In Christi Namen, am 30. März im 38. Jahre des (Kaiser Karl). Ich, Irminrat, lasse dem hl. Märtyrer Nazarius eine Gabe zukommen. Sein Leib ruht im Lorscher Kloster, dessen Vorsteher der verehrungswürdige Abt Adalungus ist. Nach meinem Willen soll die Schenkung für alle Zeiten in Kraft bleiben, und ich versichere, dass ich sie vollkommen freiwillig gemacht habe. Ich übergebe im Maingau in Rompenheim, in Bellingen und in Ewicheim sechs Hufen und 40 Leibeigene.“
Urkunde 3424 (30. März 806 — Reg. 2943)
Unter Ewicheim ist mit größter Sicherheit der Ort Auheim zu verstehen, das Schenkungsdokument ist die offizielle Geburtsurkunde von Klein- und Großauheim

Mit der edlen Irminrat ist zu rechnen, wenn regionale Veranstaltungskalender geschrieben werden: Zum Auheim-Jubiläum 2006 haben die Großauheimer sie wiederentdeckt. Wer Irminrat tatsächlich war und welchen Teil ihre Besitzung „Ewichheim“ sie anno 806 dem Kloster Lorsch schenkte, liegt noch in den Schatten des Frühmittelalters verborgen. Gegeben hat sie den Auheimern sozusagen die Geburtsurkunde ihrer Ortschaft, die heute zwei Namen – Klein- und Großauheim – führt, damals unter Kaiser Karl aber mit einiger Sicherheit ein einziges Dorf auf zwei Flussufern war.
Wer bei den Jubiläumsfeiern aufgepasst hat, weiß das alles schon….
Leider wurde der "Irminratsmarkt", der 10 Jahre 2007-2017 bestand, aufgegeben, wie viele andere Mittelaltermärkte auch. Aber die personifizierte Auheimer Identität konnte weiter an Bedeutung gewinnen wird. Die Figur der Ortsstifterin wurde seit dem Schauspiel zum Publikumsliebling. Alle 2 Jahre wird einer neue aktive Großauheimerin das Amt angetragen, jede gestaltet es nach anderen Kriterien und doch charmant und liebenswürdig. Hier sind sie:

Irminrat VI.

Sabine Läpple

Irminrat V.

ist Alexandra Kinski, die Großauheimerin wohnt mit Mann und Kind im Haus ihres Urgroßvaters - dem Bierbrauer Heinrich Botzum. Sie engagierte sich intensiv im Ruderclub in der Kommunalpolitik bei den Grünen. Weshalb sie sich im blühenden Rochsplatz besonders gut ausmacht.
   Sie erhielt von ihrer Vorgängerin die "Insignien: die Rolle und den Krauthabsch in schönem Körbchen und mit den besten Wünschen für eine gute "Regentschaft".
 
 
Arm in Arm mit dem "Big Boss": die studierte Juristin ist städtische Angestellte; links im Bild die Vorsitzende des Gewerbevereins Großauheim, Elke Scholz.
 

Irminrat IV.

Ingrid  Möhwald ist geborene Auheimerin, die in der Nachpubertät nur 5 Jahre im Exil – hier: Steinheim – gelebt hat, aber dann wieder reumütig in ihre damalige Geburtsstadt zurückgekehrt ist. Sie hat hautnah die Stadterhebung mitbekommen.  In der Schulklasse wurde anlässlich dieser Stadterhebung Wilhelm Busch’s „Max  und Moritz“ dargestellt: Sie hat in der Rolle der Frau von „Schneider Böck“ den Festumzug in Großauheim begleitet. Auch sie hat – wie ihre Amtsvorgängerin – Konfetti im Blut, war Prinzessin und hat sich über die Auheimer Landesgrenzen hinweg als Trainerin der 1.GKG-Prinzengarde einen Namen gemacht. Noch heute redet  man …sehr positiv und mit Hochachtung… über die damalige Prinzengarde der 1.GKG. Ihr Sohn findet es cool, wenn sie jetzt die Rolle der Irminrat für die nächsten zwei Jahre übernimmt. Im Jahr des Auheimer 1200-Jahre-Jubiläums war Ingrid Möhwald auch eine Beteiligte des Theaters: Hinter der Bühne war sie für die Kostüme und für die Choreografie der Tänze zuständig. Und jetzt: der Karrieresprung als Irminrat vor die Bühne.

 

Irminrat III.

Simone Rayer die ehrenvolle Regentschaft an. Schon im legendären Theaterstück zur 1200-Jahr-Feier Auheims im Jahr 2006 spielte Simone Rayer drei Rollen, unter anderem die „Dritte“ Irminrat. So ist es nicht verwunderlich, dass sie auch zur dritten Irminrat ernannt wird: Simone Rayer ist als echte Auheimerin ihrem Heimatort nicht nur durch wohnen, leben und verschiedenen Aktivitäten, sondern vor allem durch ihre Tätigkeit in ihrem beliebten Cafè in der Großauheimer Hauptstraße verbunden.

Irminrat II, Kerstin Giesel und Irminrat III, Simone Rayher auf dem Irminratsmarkt 2012

Ministerpräsident ehrt Großauheims Irminrat

Die Edle Frau Irminrat die Zweite, Großauheims liebenswerte Botschafterin, gewährte dem Hessischen Ministerpräsidenten Audienz.
Rund 150 ehrenamtliche Hoheiten aus ganz Hessen hatte Ministerpräsident Volker Bouffier Ende November 2010 in das Biebricher Schloss eingeladen. Damit würdigte der Ministerpräsident das Engagement und den hohen persönlichen Einsatz der Majestäten, die für ihre Stadt oder Gemeinde werben.

Die Edle Frau Irminrat kehrte nach Großauheim zurück

Namensgeberin ist die Edle Frau Irminrat, die im Jahre 806 den Ort Auheim dem Kloster Lorsch als Schenkung vermachte.
2008 kehrte Irminrat nach Großauheim zurück: Standesgemäß in historisches Gewand gekleidet,wirbt Frau Irminrat seither als Repräsentantin Großauheims für den Hanauer Stadtteil. Inspiriert  von Dr. Sabine Laber-Szillat und ihrem erfolgreichen „Theater um Irminrat“ anlässlich der 1200-Jahr-Feier Auheims 2006, initiierte der „Förderkreis Kultur in Großauheim“ die Wiederbelebung der historischen Figur

Alle zwei Jahre wählt ein Komitee aus Vertretern des Kulturvereins, des Heimat- und Geschichts-, sowie des Gewerbevereins und des Ortsvorstehers die Darstellerin der Irminrat. Sie zeigt sich dem Volke bei den wichtigsten Großauheimer Veranstaltungen: Irminrats-, Rochus- und Weihnachtsmarkt, Mainuferfest und Faschingsumzug sind hierzu standesgemäße Anlässe.
Die Repräsentantin der Irminrat ist mit Leib und Seele Großauheimerin. Dies ist keine Frage des Geburtsortes, sondern der inneren Einstellung.
Zum 5. Irminratsmarkt, am 25.4.2010, ging die Regentschaft von „Irminrat der Ersten“ zu Ende. Kerstin Koppke-Hain hat die Figur der Irminrat in Großauheim innerhalb von zwei Jahren noch populärer gemacht. Hierfür gebührt ihr großer Dank und Anerkennung.

Als „Irminrat die Zweite“ übernahm Kerstin Giesel das ehrenvolle Amt. Kerstin Giesel, geboren 1979, lebt schon ihr ganzes Leben in Großauheim und engagiert sich hier vor allem im Rahmen des Heimat- und Geschichtsvereins Großauheim, dessen Vorsitz sie seit 2 Jahren inne hat. Beruflich ist sie als Lehrerin an der Friedrich-Ebert-Schule in Mühlheim tätig und unterrichtet dort Englisch und Geschichte.
Mit der Edlen Frau Irminrat gibt sich auch Großauheim eine „Königin“. Während jedoch anderswo Weinköniginnen, Stöffche-Queens und Rosenladys dem Vergnügen huldigen, ist die Edle Frau Irminrat einzigartig. Sie ist ein Zeichen  für die weltoffene Eigenständigkeit und das gesunde Selbstvertrauen der Großauheimer.

Als „Irminrat die Erste“ trat Kerstin Koppke-Hain das ehrenvolle Amt an.
Die Großauheimerin besaßt bereits Irminrat-Erfahrung: Stand sie doch schon beim großen Theaterstück anläßlich der Auheimer 1200-Jahr-Feier als Irminrat auf der Bühne.

Auf den Spuren der edlen Irminrat
Förderkreis Kultur belebt historische Figur – Irminratsmarkt-Spektakel in Großauheim gefällt
Hanau, 28.4.2009 (Main-Echo)

 

 

 

 

 Das schöne Foto wurde hergestellt und gesponsert von phoxmedia.de

 


Irminrat I. Irminrat I. Kerstin Koppke Hain, sie hat es gestartet!