Stürmische Zeiten
haben wir in die Einladung geschrieben und was macht man vor einer Sturm und Schnee? Ängstlich räumte ich im Garten die letzten Reste der Weihnachtsdeko weg und warf einen vorsichtigen Blick aufs Dach, in der Hoffnung, dass vor allen Dingen die Ziegel und das Vordach halten.
Es erscheint mir jetzt wie eine Metapher. In stürmischen Zeiten hoffe ich, dass von den altgewohnten Traditionen noch was übrig bleibt, dass Weihnachten, das liebgewonnen Familienbild, der Platz in der Heimat und der Heimeligkeit noch nicht herumgewirbelt wird. Und ich hoffe, dass im Oberstübchen also sowohl bei „denen da oben“, als auch im eigenen Oberstübchen noch Gewissheiten und Klarheit bleibt. Der Sturm und der Schnee, der durch das Land zog, legte die Bahn und die Autobahn still. Jener andere Sturm, vor dem ich mich fürchte, legt unsere Begegnungen und Kommunikation lahm.
Das Neue Jahr, die Neue Zeit, auf die ich mich immer so freute, nimmt mir jetzt oft Mut, Zuversicht und Hoffnung. Und das mir!!! Ich weiß ja nicht, warum Sie sich für Geschichte interessieren. Mir gibt die Beschäftigung mit der Geschichte Orientierung und Einordnung. Daher weiß ich, in welcher außergewöhnlich guten Zeit wir leben durften, welch ein unverdientes Glück es ist, eine weiße Haut, ein wohlhabendes Land, ein friedlicher Kontinent, ein funktionierendes Sozialsystem zu haben und dass wir in einer anstrengenden aber gemütliche Epoche leben durften.
Ich war nie konservativ und hielt mich immer progressiv, habe immer das Neue vor allem als Chance gesehen. Den Glauben, dass es früher besser war, den hatte meine Familie, die 2 Weltkriege überstanden hatte, allen ausgeredet. Ich habe auch nicht meine unbeschwerten Kinderjahre mit der Vergangenheit insgesamt verwechselt. Das tun übrigens viele, die das Mantra „früher war mehr Lametta“ beten. Geschichte bietet unglaublich guten Erzählungen, spannenden Geschichten und interessanten Zusammenhängen. Aber sie erscheint mir nicht als etwas, was zurück kommen soll, sonders als etwas, was man kennen sollte, als Fundament, als Basis für Neues, möglichst besseres und schönes. Wir sollten nur konservieren, was konservierswürdig ist. Die Vergangenheit wollte ich nie zurück.
Aber man soll ja im Leben nie nie sagen! Vielleicht geht es Ihnen ja ähnlich. Ich werde ja so was von konservativ zur Zeit gerade. Sind Sie auch für Völkerrecht, für Frieden, für Vertragstreue, für Anstand und für Sachverstand. Sehnen Sie sich auch nach Toleranz, geordnete Diskussionskultur und Respekt. Möchten Sie auch die Offenheit, die Zuverlässige Information, Vertrauenswürdigkeit in unseren Staat und unsere Nachbarn erhalten wissen. Wie gern möchten wir wieder über Menschenrechte, Asylrechte, Recht auf Bildung, Freiheit von Armut und Dummheit sprechen und gern auch streiten!
So stürmisch sind diese Zeiten und so unsicher die Nachrichten, so mächtig diese neue Bösartigkeit und das moderne Chaos. Es erscheint vieles wie ein endloser Kreislauf von Größenwahn und Frechheit. Was also ist zu tun?Während die ganze Welt auf einem Vulkan tanzt, machen wir hier einen Neujahrsempfang und dazu
Liebe Vereinsmitglieder, liebe Freunde liebe Gäste heißt Sie der ganze Vorstand herzlich willkommen. Zuerst danken wir Ihnen für Ihr Kommen und wünsche Ihnen und Ihren Lieben Gesundheit und Frieden. Und nichts brauchen wir mehr, da sind wir uns ja sicher einig. Was sollen wir tun? Ist es richtig, ein historischen Jahresauftakt zu begießen?
Ja, denke ich. Ja, ja, ja. Hierher kommen und sich bei der Hand nehmen statt zum 100 mal den amerikanischen Unsinn zu verfolgen. Sich hier miteinander versichern, dass wir – aus ganz unterschiedlich politisch-weltanschaulichen Ecken kommend – gemeinsam an unserem Fluss weiter leben wollen, uneinig streitend über Bagatellen aber einig im großen Ziel. Ja, hier miteinander Brötchen und Sekt zu teilen und uns erfreuen. Wenn morgen die Welt untergeht, lasst uns heute nicht nur Apfelbäume pflanzen, sondern auch Gutes Tun, Fröhlich sein und den Spatzen beim Pfeifen zuhören. Damit es uns gelingt dem Irrwitz und der Verrücktheit Widerstand zu leisten, die sich breit macht wie ein Flächenbrand.
Und deshalb, gerade deshalb: Bleiben wir beim ganz normalen Ablauf, machen wir „the same procedure as every year“, halten wir zusammen. Wir, der Vorstand geben uns Mühe, verlässlich und gewissenhaft die herangetragenen Aufgaben zu bewältigen. z.b. kommen Anfragen wie: was war die Auheimer Olympiade im Jahr 1929. Unser Forscher Thomas nimmt sich diesen Anfragen an und sucht, sammelt und koordiniert und kann so viele dieser Fragen lösen, er schreibt unsere Protokolle und sorgt für den roten Faden in unserer Vorstandsarbeit. Gewissenhaft verwaltet Werner die große Menge an Bilder und mit seiner lieben Christel Derzbach dekorieren sie das Schaufenster, organisieren den Weinverkauf und machen die Pressearbeit. Die Finanzen hat Daniela Graf Landwehr im Blick, sie sorgt für viele Modernisieren und macht den Drillbohrer, d.h. mit eisernen Nerven bemüht sie sich bei der Stadt usw. um unsere Belange. In Ruhe und Gelassenheit bleibt Stefan Gruber 2. Vorsitzender und bringt seine Sütterlin- und Kurrentkenntnisse ein. Auch unsere Beisitzer Ingrid Fliedner, Marita Hagelücke und Jonas und Mara Landwehr lassen sich in viele Aufgaben einspannen. So ist uns manches gelungen
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Die Auheimer Brücke – ein Denkmal voller Emotionen, dem unsere besondere Aufmerksamkeit galt und wo wir über den Denkmalbeirat massiv intervenierten. Es freut uns wirklich sehr, dass wir hier zu einer Interimslösung gekommen sind. Es wurde ja damals gesagt, dass der Brückenbau, wenn alle Pläne und Genehmigungen da sind, 10 Jahre dauern würde und es ist ja noch nicht mal in Planung, was an die Stelle der jetzigen Brücke kommen soll.
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Neuauflage des Kriegstagebuchs von Kurzschenkel – Anlässlich des 80. Jahrestags des Kriegsendes brachten wir eine überarbeitete Veröffentlichung dieses wichtigen Dokuments heraus. Anlass war neben dem historischen Ereignis auch die Tatsache, dass wir ein verschollen geglaubten Teil der Chronik wieder gefunden hatten. Wir stellten das Buch im Rahmen eines Vortrags vor und haben es noch vor Weihnachten in den Handel gegeben. Es war ein sehr guter Verkauf.
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Ein Ausflug im März – Wir betrachteten in unserem Museum die Werke des zeitgenössischen Großauheimer Künstler Lars Contzen. Es war eine sehr gut besuchte Veranstaltung, für die wir viel Lob bekamen. Es ist ja doch auch erstaunlich, was wir für eine Koryphäe im Engel wohnen haben. Dabei ist er leutselig und angenehm.
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Vortrag: Im November hatten wir einen gut besuchten Vortrag über die Großauheimer Geschichte gehalten. Das war ziemlich lang, aber jeder sich auskennt weiß ja, dass kurz reden viel schwerer ist, als lang reden. Die Geschichte unserer Heimat ist eng verwoben, da lagen wir immer mitten drin und wer die Großauheimer Geschichte von der Jungsteinzeit über das Mittelalter bis zur Deindustrialisierung kennt, der kennt auch Europas.
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Wie Sie hoffentlich wissen, bieten wir gerne Ortsführungen an, die jederzeit kostenlos zu buchen ist. Von diesem Angebot hat kath. Kirchengemeinde Gebrauch gemacht
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Wir sorgen uns weiterhin um die Erhaltung unseres Museums und präsentieren hier unregelmäßig unsere Objekte unter dem Begriff der „Dachbodenschätze“. Zur Zeit sehen Sie dort die Präsentation über des Kriegstage-Buches und Briefe aus dem Krieg. Leider ist die Löwin ja mal wieder ausgeflogen. Trotzdem bitten wir wieder, das Museum immer mal wieder zu besuchen. Die Contzen Ausstellung ist ja noch im März da. Zu unserem Bedauern hat das Museum nur noch sonntags geöffnet.
Damit sind wir in der Gegenwart angekommen und das mag die richtige Stelle zu sein, allen Vorbereitenden dieses Empfangs herzlichen Dank zu sagen, fürs Stühle stellen, fürs Bereitstellen und Herrichten des Saals, fürs Heranschleppen der Speisen und Getränke. Besonders unserer Marion Pfaff für die Organisation der Canapes und dem Schmierteam! Ich bitte um einen kräftigen Applaus! Bevor Sie sich in den Genuss stürzen dürfen, müssen Sie mir noch eine Weile zuhören!
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Der Blick nach vorn – Pläne für 2026
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Wir werden den Ausflug diesmal nach Frankfurt ins Liebighaus machen und dort die neue Gaul-Ausstellung betrachten. Ein besonderer Höhepunkt: der überlebensgroße Adler im Museumsgarten, ursprünglich für das Kaiser-Wilhelm-Nationaldenkmal in Berlin geschaffen. Erstmals zeigt die Ausstellung die bedeutende Frankfurter Privatsammlung von Carlo Giersch nahezu vollständig, ergänzt durch Leihgaben aus Berlin, Hamburg, Hanau und Leipzig.
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Wir werden wahrscheinlich einer Ausflug in das kleine neue Hanauer Militärmuseum unternehmen.
3. Das „Hanauer Kreuz“ – Nach knapp 150 Jahren wird dieses prachtvoll restaurierte kleine Denkmal wieder errichtet. Wir werden es sehr zeitnah einen Termin von der Firma Hauenstein für die Aufrichtung bekommen. Sie werden dann eingeladen, wenn wir es an der Ecke Hanauer Landstraße/Wolfgangstraße Einweihen.
4. Irminrat wir werden zum Mainuferfest erneut eine Ortspatronin vorstellen können und werden uns von Sybilla Graf dankend verabschieden. Sigrid Börner-Wirth wird diesmal die glückliche Irminrat 8. sein und ist schon sehr gespannt. Da leider durch den Rückgang der Großauheimer Geschäfte auch der Gewerbeverein zunehmend inaktiv ist, muss das Konzept der Irminrat überarbeitet werden. Wir werden das mit dem Förderkreis Kultur zusammen machen.
Begleiten Sie uns!
Liebe Mitglieder, wir haben viel vor – und wir freuen uns auf Ihre Unterstützung. Ob bei unseren Veranstaltungen, Projekten, Kauf oder Diskussionen: Jeder Beitrag zählt und macht unseren Verein lebendig. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche uns allen ein erfolgreiches, und gemeinschaftliches Jahr 2026!
Vielen Dank! Ich möchte nun sehr gern dem Gastredner unseres Empfangs das Wort übergeben, Herr Dehmer mit einem Zeitdokument aus dem Jahr 1981, der 1175 jährigen Ortsfeier.