Berlin, Wirkungskreis des Tierbildhauers August Gaul.

Anlässlich des 150. Geburtstages von August Gaul besuchten einige Vorstandsmitglieder des Heimat- und Geschichtsvereins Großauheim sowie Freunde und Bekannte die Wirkungsstätte von August Gaul Berlin. Daß August Gaul in und um Berlin eine bekannte Persönlichkeit war, hiervon konnte sich die Gruppe unter der Leitung von Herrn Richard Schaffer-Hartmann, ehemaliger Leiter der städtischen Museen Hanau, vor Ort überzeugen. Auf dem Programm standen einige wichtige und interessante Schaffenswerke von August Gaul zu besichtigen. Schon nach der Ankunft in Berlin begab sich die Gruppe zur James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel, denn hier begrüßt in der Eingangshalle ein prächtig liegender Löwe aus Kalkstein von August Gaul, aus der Kunstsammlung von Rudolf Mosse, die Besucher. Ein kurzer Fußmarsch führte zu einem zweiten Löwen vor der Alten Nationalgalerie. Dieser junge Löwe, erkennbar an der Gestaltung seiner Mähne, ist aus Bronze und zeigt schon deutlich Merkmale der  Moderne. Mit ein Höhepunkt dieser Reise war am nächsten Tag der Besuch bei der Kunst- und Bildgießerei Hermann Noack. Hier wurden alle Werke von August Gaul, der wohl auch Taufpate bei der Gründung der Gießerei Hermann Noack war, gegossen. Anlässlich seines 150. Geburtstages stellt die Gießerei eine große Anzahl der von August Gaul gefertigten Tiere aus. Die Besuchergruppe aus Hanau und Großauheim, war von der Vielzahl und Auswahl der Exponate beeindruckt. Eine Führung durch die Gießerei zeigte der Gruppe, wieviel aufwendige Schritte und welche handwerkliche Kunst es erfordert, Bronzeskulpturen herzustellen. Die Firma befindet sich heute in 4. Generation und die   Bronzeskulpturen aus ihrer Werkstatt hat die Kunstgeschichte geprägt. Am Nachmittag stand der Besuch am Entenbrunnen vor dem Renaissance-Theater an und der Abschluss an diesem Tag war das Bismarck-Denkmal am Großen Stern. Eine Auftragsarbeit von Bildhauer Reinhold Begas, dessen Schüler August Gaul war. Für dieses Denkmal schuf August Gaul einen liegenden Leoparden (nach neuesten Kenntnissen könnte es sich auch um einen Panther handeln), den Germania mit dem Fuß niedertritt. Ein monumentales Denkmal, das nicht zuletzt die Heroisierung von Bismarck darstellt. Das sich die Größe und gewaltige Darstellung von Tierskulpturen noch steigern lässt, davon konnte sich die Gruppe um Herrn Schaffer-Hartmann im Tierpark Friedrichsfelde überzeugen. Die zwei großen Löwen die zum Kaiser Wilhelm-Denkmal gehörten, fanden hier ihren Platz. Der etwas friedliche aber auch lauernde Löwe stammt von August Gaul und der fauchende, Furcht einflößende Löwe von August Kraus. Anhand dieser Größe der beiden Löwen, kann man sich nur unschwer vorstellen, welche Ausmaße dieses Kaiser-Wilhelm-Denkmal hatte. Aufgrund der Witterungsverhältnisse, begab sich die Gruppe ohne weiteren Aufenthalt im Tierpark, zur Grabstätte von August Gaul zum Friedhof nach Dahlem. Vorgefunden wurde eine schlichte Grabplatte mit der Inschrift: Professor August Gaul -22. Oktober 1809 – 18. Oktober 1921 – Denn er war Unser, mit einem zusätzlichen Hinweis auf ein Ehrengrab des Landes Berlin. Einen anrührenden und authentischen Anblick bot der Schwanenküken-Brunnen am Kurfürstendamm, der am Nachmittag angeschaut wurde. Schwanenküken in verschiedenen Posen, veranlasste einige Teilnehmer zum Streicheln der Bronzefiguren. Dass dies bestimmt schon mehrere Besucher taten, sah man an den glänzenden Stellen der Plastiken. Aufwärmen in einem Café oder Bistro war aufgrund der Nässe und Kälte danach angesagt. Am letzten Tag in Berlin, stand vormittags der Besuch in Schöneberg im Rudolph Wilde-Park, früher Stadtpark Schöneberg, an. Hier befindet sich der Hirschbrunnen, mit einem goldenen Hirschen von August Gaul geschaffen. Die 1,70 m große Statue steht auf einer 8,80 m großen Säule, die von Wasserfontänen umspielt wird und ein Besuchermagnet ist. Der Hirsch gilt als Wappentier von Schöneberg. Alle Teilnehmer dieses Besuches nach Berlin waren von dem Wirkungskreis und dem Bekanntheitsgrad von August Gaul hier in Berlin beeindruckt. In seinem Heimatort Großauheim sollte dies viel mehr gewürdigt werden.

 

 

 

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Unser August-Gaul-Quiz: die Auflösung vom Rochusmarkt
1. es ist der 150 Geburtstag den wir feiern
2. Er hat nie in München ausgestellt oder gearbeitet
3. seine bevorzugten Materialien waren Bronze, Stein und Porzellan

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